Unsichtbare Zahnspange

Hier werden herausnehmbare transparente Kunststoffschienen verwendet, die die Zahnfehlstellung korrigieren. Keine Brackets und keine Drähte. Keiner sieht es und keiner hört es.

Zahnkorrekturen mit transparenten Kunststoffschienen

Transparente Kunststoffschienen – sog. Aligner – eignen sich besonders für Menschen, die im Alltag nicht zeigen möchten, dass sie eine Zahnspange tragen. Sie bieten eine perfekte Optik während der Behandlung, die Lachen und Sprechen uneingeschränkt ermöglicht, und schränken die Notwendigkeiten des täglichen Lebens nicht ein. Diese beinahe unsichtbare Zahnkorrektur wird sehr häufig für Erwachsene Patienten eingesetzt.

Eine ausschließliche Behandlung mit Aligner-Schienen ist zur Korrektur kleiner und mittelschwerer Fehlstellungen geeignet. In Kombination mit anderen Methoden (z. B. festsitzenden Apparaturen) können Aligner jedoch bei nahezu allen kieferorthopädischen Anomalien ergänzend eingesetzt werden.
Die Schienen bestehen aus stabilem, medizinischem Qualitätskunststoff.

Behandelt werden können Erwachsene und Jugendliche, bei denen alle bleibenden Zähne vorhanden sind und das skelettale Wachstum abgeschlossen ist. 

Die Aligner-Therapie stellt eine wissenschaftlich anerkannte und weltweit bewährte Behandlungsmethode dar. Es gibt keine Kontraindikationen für dieses Behandlungssystem. Entsprechende Empfehlungen dazu werden in einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie formuliert.

Das Verfahren – die aktive Phase

Bei dieser computergestützten Behandlungsmethode werden zunächst Abdrücke der Kiefer erstellt, um den Ausgangsbefund zu dokumentieren. Anhand der eingescannten Kieferabformungen kann der Behandler die gewünschten Zahnbewegungen und somit die mögliche Endposition der Zähne dreidimensional darstellen.

Je nachdem, wie hoch der Korrekturbedarf ist, wird die notwendige Stückzahl von Kunststoffschienen in einem speziellen Verfahren gefertigt. Die Anzahl der benötigten Aligner ist individuell sehr verschieden. In Abhängigkeit vom Befund reichen bei einfachen Zahnstellungskorrekturen 10-20 Schienen; bei umfangreichen Zahnbewegungen können 50 und mehr Schienen nötig werden.

Üblicherweise wird eine Schiene zwei Wochen getragen, bevor die nächste – meistens durch den Patienten selbst - eingesetzt wird.
Jede einzelne Schiene verändert die Zahnstellung um ca. 1° bzw. 0,2 mm.
Die Bewegungen der Zähne erfolgen auf diese Weise langsam und schonend.

Vorteile

Die Aligner-Therapie weist viele Vorteile im Vergleich mit festsitzenden Zahnspangen auf:

  • Die Schienen sind durchsichtig und ermöglichen eine für die Umgebung nahezu unsichtbare Zahnkorrektur.
  • Die Schienen sind herausnehmbar, ein unschätzbarer Vorteil beim Essen und bei der Zahnpflege.
  • Jeder kann dasselbe essen und trinken wie vor der Behandlung und damit am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
  • Ganz wichtig ist in diesem Zusammenhang die Möglichkeit einer optimalen Mundhygiene. Die Zahnpflege mit Bürste und Zahnseide kann wie gewohnt durchgeführt werden. Die Reinigung der Schienen selber geschieht ganz einfach mit lauwarmem Wasser und speziellen Reinigungstabletten.
  • Da an den Schienen keine scharfkantigen Drähte oder Metallspangen sitzen, rufen sie auch weder Reizungen und Entzündungen des Zahnfleischs noch Allergien hervor.
  • Die Aussprache wird mit den Schienen im Mund nicht beeinträchtigt. Allenfalls zu Beginn der Behandlung ist für wenige Tage ein leichtes Lispeln möglich, das sich wieder verliert, wenn sich die Zunge an die Aligner gewöhnt hat.
  • Bei komplikationslosem Behandlungsverlauf ist der Kontrollaufwand geringer als bei festsitzenden Spangen und der Patient muss weniger Zeit in der Zahnarztpraxis verbringen.

Nachteile

So wie ein wirksames Medikament auch Nebenwirkungen hat, so hat die Therapie mit den unsichtbaren Schienen auch Nachteile:

  • Die Zähne müssen vor jedem erneuten Einsetzen der Schiene gründlich geputzt werden, um oberflächliche Verfärbungen der Zähne zu vermeiden.
  • Da ein kontinuierlicher Druck auf die Zähne ausgeübt werden muss, um die Zähne erfolgreich zu verschieben, ist eine tägliche Tragezeit von 22 Stunden erforderlich.
    • Treten während der Therapie Komplikationen auf, kann eine Neuanfertigung einzelner Schienen oder die Umstellung auf festsitzende Geräte notwendig werden.
  • Im Anschluss an die Therapie ist eine Retentionsbehandlung mit herausnehmbaren Apparaturen notwendig, um das erzielte Behandlungsergebnis zu sichern. 
  • Die Kosten der Behandlung werden nur von den privaten, nicht aber von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Retention – die passive Phase

Da die Zahnbögen dazu neigen, ihre alte Position wieder einzunehmen, müssen die Zähne weiterhin stabilisiert werden.
Für die Behandlung stehen unterschiedliche Retentionsgeräte zur Verfügung, z. B. Retentionsplatten (festsitzende Geräte) und Lingualretainer (dünner Draht, der auf der Zungen- bzw. Gaumenseite der Zähne angebracht wird und weder beim Essen noch beim Sprechen stört).

Diese passive Behandlungsphase ist genauso wichtig wie die vorher durchgeführte kieferorthopädische Therapie in der aktiven Phase – für ein gesundes Gebiss und ein strahlendes Lächeln.