Kieferorthopädische Behandlung mit Metallbrackets

Auch in Zeiten nahezu unsichtbarer Zahnspangen haben Metallbrackets nichts von ihrer Bedeutung verloren.
Diese im Mund sichtbaren Multibandapparaturen stellen ein seit Jahrzehnten bewährtes Standardverfahren bei der Behandlung mit festen Zahnspangen dar, da sie über ausgezeichnete mechanische Eigenschaften verfügen und schnelle Behandlungserfolge sichern.

Bei der Wahl von Metallbrackets sind neben der therapeutischen Notwendigkeit auch immer die eigenen Ansprüche an die Ästhetik zu überdenken.

Wer sich heute für Metall entscheidet, muss aber in der Regel keine neugierigen Blicke oder verletzenden Kommentare seiner Mitmenschen mehr befürchten: Diese Form der Zahnspange wird mittlerweile auch bei Erwachsenen akzeptiert, da der große Nutzen einer korrekten Zahnstellung in Bezug auf Erscheinungsbild und Funktionalität fast jedem bekannt ist und der Anblick einer festen Zahnspange mittlerweile zur Normalität gehört.

Funktion

Nachdem der Zahnschmelz gesäubert und poliert wurde, werden kleine Metallplättchen in einer vorher genau festgelegten Position auf die Außenseite jedes Zahns geklebt oder zementiert. Das geschieht häufig schon mit einem speziellen fluoridhaltigen Glasionomer-Adhäsiv, der den Zahnschmelz im Bereich der Brackets mit den notwendigen Mineralien versorgt.

In die integrierten Schlitze der Brackets wird ein individuell geformter thermoelastischer Drahtbogen eingelegt, der um die gesamte Zahnreihe verläuft und einen sanften Druck auf die Zähne ausübt. Hierdurch kann jeder einzelne Zahn so bewegt und kontrolliert werden, dass er sich am Ende der Behandlungszeit in der gewünschten Position befindet.
Auf diese Weise lassen sich fast alle Zahn- und Kieferfehlstellungen beheben.

Vorteile

    • Metallbrackets sind nicht nur robust und langlebig, sondern stellen auch die kostengünstigste Variante einer festen Zahnspange dar.
    • Mit diesem High-Tech-Brackingsystem lassen sich Zähne bis ins hohe Alter korrigieren – fast schmerzfrei und in einer besonders kurzen Zeit.
    • Materialbedingt treten weniger Reibungskräfte auf als bei anderen Materialien; so kann der Drahtbogen besonders gut durch sie hindurchgleiten.
    • Es gibt keine Brüche wie bei Keramik- oder Kunststoffbrackets. Metallbrackets lassen sich einfacher und schneller entfernen.
    • Es gibt keine Verfärbungen wie bei Kunststoffbrackets.

Nachteile

    • Metallbrackets bestehen zwar aus gut verträglichem medizinischen Edelstahl, Spuren von Nickel können allerdings ein erhöhtes Allergierisiko darstellen.
    • Die deutliche Sichtbarkeit kann die Gesamtästhetik einschränken.

Alternativen

Minibrackets stellen eine kleinere und weniger auffällige Variante stellen dar. Sie sind auch aus Metall, aber so klein, dass sie einerseits unter dem Behandlungsbogen kaum auffallen und andererseits die Zahnpflege erleichtern, da sie einen kleineren Teil der Zahnoberfläche bedecken als die üblichen Brackets. Zudem bieten sie die gleichen klinischen Eigenschaften wie diese.
Microbrackets für noch mehr Komfort sind beim Sprechen und Lachen kaum noch zu sehen.

Nickelfreie Brackets, beispielsweise aus besonders bioverträglichem Reintitan oder nickelfreiem Edelstahl, sind auch für Allergiker geeignet. Die Erstattung der Therapie durch die Kassen erfolgt nur bei Vorlage des Allergieausweises, in dem die Nickelallergie nachgewiesen sein muss.

Lingualbrackets werden auf der Innenseite der Zähne befestigt und sind eine elegante Möglichkeit, die Zahnspange zu verbergen.

Ernährung und Pflege

Die Ernährung ist nicht wesentlich eingeschränkt. Harte und zähe Lebensmittel wie rohe Möhren, Nüsse oder klebrige Bonbons und Kaugummi sollte man allerdings vorsichtig genießen. Zum einen können Bänder und Brackets Schaden nehmen, weil sich die Bänder verbiegen oder die Brackets lösen, zum anderen wird die Pflege unnötig erschwert.
Um der Entstehung von Karies unter Brackets vorzubeugen, sollten Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke eine Ausnahme bleiben.

Unter den Brackets verbliebene Speisereste können zur Entkalkung des Zahnschmelzes führen und unschöne weiße Flecken verursachen.
Sorgfältiges Putzen der Zähne mit einer mittelharten Zahnbürste und fluoridhaltiger Zahnpasta nach jedem Essen verhindert diese Flecken und beugt Karies und Zahnfleischentzündungen vor.

Geputzt wird immer sowohl über als auch unter und zwischen den Brackets. Die Zahnzwischenräume säubert man am besten mit Flauschzahnseide und Interdentalbürsten.
Das Einputzen von Fluoridgel einmal wöchentlich ist eine nützliche unterstützende Maßnahme, um Schmelzschäden auf den Zähnen zu vermeiden.

Dauer der Behandlung

Die Dauer der Behandlung richtet sich nach der Ausgangssituation der Zähne, dem Alter und dem Bracketsystem. Orientierend kann man mit ungefähr zwei bis drei Jahren rechnen, genauere Angaben kann nur der behandelnde Kieferorthopäde machen.
Dabei gilt immer: Ein guter Behandlungserfolg kann nur durch zuverlässige Mitarbeit und gewissenhafte Pflege erreicht werden!